Smart City Definition

Smart City Definition an der TU Berlin Smart City Platform

Der Begriff von der Smart City wird von verschiedenen Akteuren aus Politik und Stadtentwicklung, aus der Forschung und aus der Industrie und Wirtschaft vielfältig benutzt, ohne dass es bislang zu einer einheitlichen Definition gekommen ist.  Die Smart City Platform der TU Berlin arbeitet mit einer Definition, die auf die großen Herausforderungen Bezug nimmt und technische Systeme, urbane Räume und Menschen in Beziehung setzt.

Innovative Infrastrukturen werden sich durch digitale Steuerungssysteme mit dazugehörenden Datenverarbeitungen in Echtzeit auszeichnen. Räume und Infrastrukturen werden über innovative Kommunikationssysteme verknüpft. Die Dringlichkeit der Erneuerung städtischer Infrastrukturen ist nicht allein durch nicht ausreichende Erhaltung und Erstellung von Ersatz- und Ergänzungsbedarf gekennzeichnet, sie ist auch notwendig, weil Klimawandel und Anforderungen an Energieeffizienz neue Lösungen verlangen. Dies gilt in erster Linie für die Energieinfrastruktur, aber auch für Wasser, Abfall, Recycling und Kreislaufprozesse. Neue dezentrale Systeme werden sich mit großen zentralen Netzen verbinden. Gebäudestrukturen werden Energieproduzenten sein.

Die Sicherstellung einer ressourcenschonenden Mobilität ist eine weitere Herausforderung für die Städte der Zukunft. Smart City Konzepte müssen daher einerseits den Wandel der Verkehrsträger zu emissionsfreien Fahrzeugen im Individual-, Wirtschafts- und öffentlichen Nahverkehr bei Flächendispositionen, Bestandsentwicklung und Stadterneuerung berücksichtigen. Andererseits sollten aber auch Impulse für neuartige Fahrzeug- und intermodale Mobilitätskonzepte gegeben werden.

Die städtische Verwaltung wird sich von einer öffentlichen zu einer offenen Verwaltung weiterentwickeln. Risikoabwägung ist zentraler Bestandteil dieser Verwaltung. Durch die Bereitstellung offener Daten und Dienste wird sich die Verwaltung zunehmend als Plattform für innovative urbane Anwendungen und Lösungen Dritter verstehen.

Die Verknüpfung technischer Innovationen mit gesellschaftlichen Perspektiven, neuen Governanceformaten und partizipationsstrukturen zeichnet die Entwicklung der smarten Stadt aus und schließt auch die Bereiche Gesundheitsversorgung und öffentliche Sicherheit ein.

Quer durch alle Themen ist danach zu fragen, wie Menschen vor Ort mit neuen technischen Infrastrukturen, Steuerungssystemen, Netzwerken und städtischen Räumen interagieren bzw. diese erst hervorbringen: Smart Cities existieren nicht „an sich“, sondern erfordern Smart People, die smarte Städte in ihren Handlungen tagtäglich realisieren und aktualisieren müssen – sowohl top-down als auch bottom-up. Die Umsetzung erfolgt in zahlreichen Städten in ersten umfassenden oder partiellen Schritten, dafür haben bereits mehrere Städte in Deutschland, Europa und der Welt Beispiele gegeben (u.a. Wien, Kopenhagen, Amsterdam, Barcelona, Singapur, San Francisco). Deutlich wird dabei, dass die Entwicklung bestehender städtischer Räume unter diesen Aspekten die eigentliche Herausforderung in Europa ist, denn hier werden zwar einzelne neue Stadtteile gebaut, aber vor allem die bestehenden städtischen Strukturen weiterentwickelt. Stadtentwicklungsplanung und Infrastrukturentwicklung sind deshalb als integrierte Einheit zu verstehen. Das einzelne Gebäude wird dabei weiterhin eine tragende Rolle haben, das Stadtquartier schält sich zunehmend als der räumliche Fokus für die Umsetzung heraus.

Smart City ist eines der Leitbilder für die wichtigsten EU Stadt-Förderprogramme der nächsten fünf bis zehn Jahre sein und im Förderprogramm „Horizon 2020“ bilden Klimawandel und Energieeffizienz in städtischen Räumen den Schwerpunkt. Die auf Umsetzung und Investition orientierten EU-Förderprogramme im Bereich Energie werden ebenfalls im Bereich Smart City einen Schwerpunkt setzen.